Really?!

— №0 Handouts

Zum Mitnehmen

Fakten rund ums Thema Klimaschutz und eine DIY-Anleitung für eigene Design Thinking Sessions.

— №1 Fliegen

Ist fliegen wirklich so schlimm fürs Klima?

Ja. Anstelle eines Hin- und Rückflugs von Zürich nach New York könntest du fast 300 Mal mit dem Zug nach Paris fahren — oder über 213 Jahre lang das Licht brennen lassen. Würden alle Menschen so viel fliegen wie wir Schweizer*innen, hätte das fatale Folgen fürs Klima.

Mobilitätsforscher Stefan Gössling im Tages Anzeiger: «Es ist ein Mythos, zu glauben, dass wir das Emissionsproblem im Flugverkehr mit Technologie lösen werden. Wir müssen weniger fliegen.»

— №2 CO₂-Filter

Mit CO₂-Staubsaugern die Atmosphäre reinigen?

Jein. Für wichtige Emissionen (zum Beispiel von Spitälern) bleibt uns in einer netto-null-Welt nichts anderes übrig. CO₂ in grossem Stil aus der Luft zu filtern, wird zwar mittelfristig günstiger, aber nicht so günstig wie bisher angenommen. Aktuelle Kosten: CHF 1’000.— pro Tonne CO₂.

Fazit der ETH-Studie: Die Anstrengungen zur Vermeidung von CO₂-Emissionen sollten auf keinen Fall reduziert werden.

Bild: Climeworks

— №3 Atomenergie

Ist Atomenergie emissionsfrei?

Nein. Auch die Kernenergie verursacht Treibhausgas-Emissionen. Nach aktuellen Studien im Schnitt ca. 116 g CO₂/kWh, also deutlich mehr als Energie aus Sonne (33 g), Wind (9 g) oder Wasser (4 g). Hinzu kommen die hohen Kosten: Pro kWh ist Kernenergie rund 10x so teuer wie Wind- oder Solarenergie.

Heisses extra: Radioaktiver Abfall, den wir tausenden von kommenden Generationen hinterlassen.

— №4 Essen

Sind Vegi-Menüs klimafreundlicher?

Definitiv. Die CO₂-Emissionen der meisten tierischen Produkte sind wesentlich höher als jene von pflanzlichen. Egal, ob wir Fleisch vom Bauern nebenan oder von weit her kaufen: Die durch den Transport verursachten Treibhausgasemissionen machen nur einen sehr geringen Teil der Emissionen von Lebensmitteln aus. Es ist viel wichtiger, was wir essen, als woher unsere Lebensmittel stammen.

— №5 Bauen

Holz oder Beton?

Holz! Gebäude und Infrastrukturen sind für etwa 40% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das muss sich ändern. Wichtigster Baustein: Holz.

— №6 E-Autos

Sind E-Autos die Lösung für die Umweltprobleme?

Nein. In Bezug auf den CO₂-Ausstoss sind E-Autos deutlich besser als Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb. Eine Analyse des Bundes hat die Auswirkungen der Mobilität auf Ruhe, Luft, Klima, Boden, Landschaft, Biodiversität, Abfall und Rohstoffe untersucht. All Inclusive schneiden E-Autos kaum besser ab.

— №7 CO₂-Emissionen der Schweiz

ETH-Klimaforscher Reto Knutti ordnet ein.

Die Mobilität schlägt mit dem Strassenverkehr (26%) und Flugverkehr (19%) am stärksten zu Buche. Treibstoffe für Motorfahrzeuge unterliegen zurzeit keiner CO₂-Abgabe. Einsparungen durch effizientere Motoren werden wettgemacht durch mehr Fahrzeuge, mehr Kilometer, kleinere Belegung sowie schwerere und stärkere Fahrzeuge.

— №8 CO₂-Emissionen pro Person

Wo steht die Schweiz im internationalen CO₂-Vergleich?

Wir gehören zu den Leadern — im Verbrauchen!

Wir Schweizer*innen stossen pro Person und Jahr 14t CO₂ aus. Damit sind wir im internationalen Ranking ganz vorne mit dabei. Zum Vergleich: Die Menschen in Äthiopien emittieren jährlich nur 0.2t CO₂ — sind aber vom Klimawandel viel stärker betroffen als wir.

— №9 CO₂-Emissionen global

Wer ist für den Klimawandel verantwortlich?

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung verursacht so viele klimaschädliche Treibhausgase wie die ärmsten 66%.

Zum reichsten Prozent gehören auch viele Schweizer*innen. Oxfam zählt alle Personen dazu, die im Jahr mehr als 123‘000 Franken verdienen.

— №10 Buchtipps

Gute Bücher

— №11 Filmtipps

Good Movies

— №12 Gletscher

Wie geht’s unseren Gletschern?

So richtig mies. In den Jahren 22/23 haben die Schweizer Gletscher 10% ihres gesamten Eisvolumens verloren.

Aber auch andere Gletscher leiden: Kollabiert der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis, droht ein Meeresspiegelanstieg von über drei Metern und Städte wie Venedig, New York oder Tokyo stehen unter Wasser.

Bild: Alexander Luna

— №13 Klimagerechtigkeit

Saúl vs. RWE

Der peruanische Andenbauer und Bergführer Saúl Luciano Lliuya klagt gegen den deutschen Energieriesen RWE.

Durch die klimawandelbedingte Gletscherschmelze ist ein Gletschersee oberhalb der Andenstadt Huaraz angewachsen. Nun droht einem grossen Teil des Ortes eine verheerende Flutkatastrophe. Wer soll den Schutzwall bezahlen?

— №14 Politik

Artikel 74 der Bundesverfassung

1) Der Bund erlässt Vorschriften über den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen.

2) Er sorgt dafür, dass solche Einwirkungen vermieden werden. Die Kosten der Vermeidung und Beseitigung tragen die Verursacher.

@Keystone/Peter Klaunzer

— №15 Politik

Macht die Schweiz genug?

Nein. Die Klimaseniorinnen haben mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte EGMR recht erhalten: Die Schweiz wurde verurteilt, weil sie die Bevölkerung zu wenig vor den Folgen der Klimaerhitzung schützt.

— №16 Suffizienz

Braucht es Verzicht?

Ja. Ist das schlimm? Nein.

Was haben Freunde treffen, kochen, lachen, tanzen, feiern und Liebe machen gemeinsam? Macht alles Spass — und ist kein Problem fürs Klima. Von «Suffizienz» hört man nicht mehr viel. Leider. Dabei wäre ein gutes Leben mit wenig Energie- und Ressourcen-Verbrauch zu führen angesagter denn je.

— №17 Essen

Eleven Madison Park

Der Exil-Aargauer Daniel Humm gehört zu den besten Köch*innen der Welt. Während Corona funktioniert er sein Luxus-Restaurant praktisch über Nacht zur Suppenküche für Randständige um und beginnt, über Beruf und Berufung nachzudenken. Die Folge war ein radikaler Kurswechsel. Humms Team setzte für drei Jahre auf ein rein pflanzenbasiertes Menü — eine absolute Premiere für ein mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Lokal.

— №18 Reisen

Tessin

Hallo Paradies. Das Buch «Die schönsten Badeplätze im Tessin» führt Abenteurerinnen, Wasserratten und Geniesser jeden Alters an spektakulär schöne Orte am Wasser. Darunter sind viele, die kaum jemand kennt. 120 Badeplätze mit ihren türkisblauen Becken, dramatisch geschliffenen Felsen, stiebenden Wasserfällen und lauschigen Sandstränden werden präsentiert. Sie sind alle in höchstens einer Stunde zu Fuss ab ÖV-Haltestelle erreichbar.

Bild: Hortus

— №19 Bauen

Hortus

In Basel entwickeln SENN, Herzog & de Meuron und ZPF Ingenieure gemeinsam ein Bürogebäude für umweltbewusste Firmen. Der radikale Einsatz natürlicher Materialien minimiert die Umweltauswirkungen des Gebäudes. Um die Transportwege und somit den CO₂-Ausstoss zu minimieren, wurden die Holz-Lehm-Deckenelemente in einer Feldfabrik gestampft. Nur einen Steinwurf von der Baustelle entfernt.

— №20 Essen

Bio-Beck Lehmann

Wer schon mal in einem unserer Workshops Zmittag gegessen hat, weiss, wovon wir sprechen. Alles, was diese Backstube verlässt, ist nicht nur 100% Bio, sondern auch himmlisch gut. Egal ob Dinkel-Sauerteigbrot, Baumnuss-Schnitte, Amaretti oder vegane Gifpel. Es werden Menschen mit Handicap integriert und für die Mitarbeitenden wurde ein wunderschöner Garten angelegt. Mit Liebe gemacht — echt jetzt!

Bild: Greenpeace

— №21 Ludovico Einaudi

Musik fürs Klima

Kennt ihr Ludovico Einaudi? Hat die Filmmusik für «Intouchables» geschrieben. Wir lieben seine minimalistische, berührende Musik und sind mit dem Zug extra für ein Konzert nach Mailand gereist. Irgendwann haben wir erfahren, dass sich Ludovico für Klimaschutz engagiert.

— №22 Ulrike Herrmann

Grünes Schrumpfen?

Gibt es grünes Wachstum? Oder läuft das alles auf grünes Schrumpfen hinaus? «Pick Your Battles» mit Wirtschafts-Journalistin Ulrike Herrmann über Kapitalismus, Elektroautos, Grünes Wachstum und Gerechtigkeit. Kurzfassung: Erneuerbare Energie wird nicht reichen, um alles auf «Elektro» umzustellen. Absolut sehenswert!

— №23 Thomas Piketty

CO₂-Steuer

Der französische Starökonom Thomas Piketty sagt im Gespräch mit Christoph Lenz von DAS MAGAZIN, der Klimawandel sei im Kern ein Ungleichheitsproblem. Seine Lösung: Eine progressive CO₂-Steuer. Wer viel ausstösst, bezahlt viel.

— №24 Laura de Weck

Eltern motivieren

Laura de Weck hat in der Kolumne «Everyday for Future» im Tages Anzeiger geschrieben, wie Clara (16) ihren Papa dazu bringt, auf einen New-York-Flug zu verzichten.

«Man kann verschwenderisch mit Zeit umgehen statt mit Plastik. Oder man ist verschwenderisch mit Feiern statt mit Fleisch.» Interessant, oder?

Bild: Mirjam Kluka

Bild: Zuriga

— №25 Genuss

Zuriga

Die ZURIGA ist klein, schnell, einfach zu bedienen und Made in Zurich. Die hochwertige Siebträgermaschine wurde von Grund auf neu entwickelt. Wird sie nicht mehr gebraucht, kauft sie die Herstellerin für die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises zurück, um sie nach einem Service in den nächsten Kreislauf zu geben.

Übrigens: Es gibt Kaffee, der per Segelschiff reist und in Permakultur wächst.

— №26 Bauen

baubüro in situ

«Wir planen vor Ort. Mit den Menschen, mit dem Bestand, mit der Umwelt.» Dieses Büro lebt Nachhaltigkeit — und baut überraschende, schöne, coole Gebäude.

Bild: baubüro in situ

Bild: Patagonia

— №27 Mode

Patagonia

Flicken statt wegwerfen? Klingt super. Ist aber bei den High-Tech-Outdoor-Klamotten gar nicht so einfach. «Makers Unite» und Patagonia haben im Juli 2022 gemeinsam das «United Repair Centre» in Amsterdam eröffnet. Dort wird die Reparatur von Kleidung für Kund*innen von Patagonia und anderen beteiligten Marken in ganz Europa durchgeführt.

— №28 Mobilität

hinterher

Starke Anhänger aus München. In allen Grössen, von ÖV-tauglich bis Euro-Paletten-kompatibel. Für Bierharassen, Zarges-Aluboxen, Hunde, Kanus, Marktstände, …

Bild: hinterher

Bild: 8bar bikes

— №29 Mobilität

8bar

Schöne schnelle Velos aus Berlin.

— №30 Politik

Solarpanels auf dem Weissen Haus — A True Story.

1979 installiert US-Präsident Jimmy Carter in einer visionären Aktion eine Solaranlage auf dem Dach des Weissen Hauses. Zudem ruft er die Bevölkerung im TV dazu auf, Energie zu sparen und im Winter ein Jäggli anzuziehen — und wird abgewählt.

— №31 Gesellschaft

Wie entsteht Hoffnung?

«Durch Handeln. Wer Handlungsmöglichkeiten, Lösungsansätze und positive Beispiele kennt, ist davon überzeugt, dass wir gemeinsam etwas verändern können.» sagt die Psychologin Lea Dohm

— №32 Gesellschaft

Tesla + Wärmepumpe reichen nicht

Ob Wohnen oder Mobilität: Unser Lebensstil ist nicht zukunftsfähig, kommentiert Dagmar Röhrlich vom Deutschlandfunk (DLF). Wir sollten unser Zusammenleben grundsätzlich überdenken und als Gesellschaft in einer offenen Diskussion den Weg finden, den wir gehen wollten. Einfach so weiterzumachen, nur mit Tesla und Wärmepumpe — das reiche nicht. Finden wir auch.

Lebensstil ohne Zukunft
Deutschlandfunk

— №33 Gesellschaft

Schönes Wachstum

«Probleme kann man niemals mit der selben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.» — Albert Einstein

«Es muss cool sein, fossilfrei zu leben.»

— Sonia Seneviratne, ETH Zürich»